16. Thüringer 24 Stunden OL 18.5. - 20.5.2007
Irgendwann Anfang diesen Jahres, bekam ich eine Mail. Dort hieß es, meine Emailadresse sei in einen Emailverteiler für Hobby-OLer, die ohne Verein ab und zu mal unter dem Namen Lauffreunde Eisleben starten, eingetragen worden.Und gleich am nächsten Tag kam die erste Info zum 24h-OL. Kurze neutrale Erwähnung zu Hause; ich wusste, daß ich am Wettkampfwochenende Bereitschaft haben würde. Und dann erstmal in den Urlaub. Vielleicht hilft Totstellen, um an dieser Aktion nicht teilnehmen zu müssen.
Ein Telefonat nach Hause brachte mir die Nachricht, daß ich zum 24h-OL gemeldet war. Schöne Bescherung!
Dann sprang der sechste Läufer (wäre ein OL-Neuling geworden) ab. So richtig traute ich mich nicht bei OL's unser Problem zu schildern. Wer will schon bei einem "Himmelfahrtskommando" mitmachen. Ich hätte auch "Die Schnirkelschnecken" vorgezogen, das hätte was über unsere Laufgeschwindigkeit ausgesagt. Thomas fand dann einen OL-Neuling mit Kartographie-Erfahrung über Annonce auf orientierungslauf.de. Nach abwägender Zusage, musste dieser einen Tag später absagen.
Ulli konnte von Prag aus einen Tschechen überreden, seinen ersten OL in unserer Mannschaft zu machen. Aber was will man von Leuten erwarten, die ihren eigenen ersten OL auch in der Nacht machten.
Und dann war irgendwann der Wettkampf ran. Meine Bereitschaft konnte ich mit einem Kollegen tauschen.
Himmelfahrt wurde ein VW-Bus aus Großräschen geholt, um bei Regen einen kleinen Aufenthaltsraum zu haben. Am Freitag wurde das Dachzelt montiert, die Autos mit Campingzubehör und Verpflegung beladen und dann ging die Sternfahrt los. Susanne mit Hund im Opel, ich mit russischer Gastschülerin Ljuba im VW-Bus aus Eisleben. Kathi mit Anne und Elisabeth im Golf aus Leipzig. Und Thomas und Ulli holten den unbekannten Jirka von Dessau aus kommend in Plauen vom Zug ab.
Nach und nach trudelten dann alle auf der großen Wiese vom Karolinenhof ein. Zelte wurden aufgebaut, Dachzelte aufgeklappt und andere OLer begrüßt. Nach Anmeldung, Abendessen mit Grillen und Abendveranstaltung ging es dann irgendwann in's Bett.
Am Samstag 9.oo Uhr durfte Anne beim Massenstart aus der ersten Reihe starten. Dann erstmal warten, wie lange wird's wohl dauern. Thomas durfte dann noch ohne weitere Informationen in den Wald.
Während ich mich vorbereitete, ging es ab 10.oo Uhr beim Kinder-OL für unsere Anfänger zum ersten OL. Susanne und Ljuba gingen gemeinsam los, und Anne führte Jirka in die Geheimnisse des OLs ein und lies ihn die Bahn allein beenden.
Dann war auch ich dran. Wie Thomas sollten mir die langen einfachen Bahnen gehören.
Ich hatte schon vom ruppigen Gelände von Anne und von "Speedy Gonzales" gehört.
Aber zuerst ging es noch normal los.
Zu Posten 3 dann die ersten Kyrill-Überbleibsel:
Wege mit tiefen Fahrrinnen von den Forstfahrzeugen, Äste auf den Wegen und ein riesiger Holzstapel vor der Kulturgrenze mit dem Hochsitz.
Ich war mit mir zufrieden.
Kathi lief dann eine schwierige kurze Bahn. Nach Ulli kam dann auch Jirka zu einer kurzen einfachen Bahn und kam überraschend schnell wieder aus dem Wald. Und ohne Fehler!!!
Zur zweiten Runde reichte für mich noch bis zu den Zwielichtbahnen eine kurze schwierige.
Man kam immer von der falschen Seite an das Objekt mit interessanter Routenwahl.
Zum ersten Posten ubersah ich eine Schraffur für ein Windbruchgebiet: umgestürzte Bäume auf meinem Weg.
Ab dem vierten Posten liefen ich mit einem deutschen Belgierer und einer Schwedin mehr oder weniger gemeinsam. Von 9 zu 10 teilten wir uns, um jeder mit seiner Variante den von Kyrill und vom Forst geräumten Wald zu queren. Alle Routen waren gleich schnell.
Kathi und Ulli gingen dann noch mit kurzen Bahnen in den Wald; Ulli leider sehr kurz vor dem Wechsel auf die Dämmerungsbahnen, aber schon mit Lampe. Jirka hatte unsere erste Dämmerungsbahn schon schön im Dunkeln. Und er kam nicht als letzter mit allen Punkten von der Bahn. Annne musste sich dann die Verwunderung der Helfer an der Kartenausgabe anhören, so kurz vor Mitternacht noch auf eine Dämmerungsbahn zugehen.
Nacht! Dunkel! Und die anderen mit Halogen-Stirnlampen mit Akkupack im Rucksack.
Wenn solche Läufer mir begegneten stellte ich mich an den Wegrand und schaute in den dunklen Wald.
Bei dem Licht wurde man ja blind.
Und dann sah ich meinen ersten Posten auch schon im Licht meiner Stirnlampe im Wald leuchten. Ich sehe ihn und die nicht vorhandene Schneise, die Richtung stimmt. Nichts wie hin. Code-Zahl stimmt nicht. Der markante Baum ist ein Wurzelstock. Scheibenhonig!!! Am ersten Posten, bzw. noch nicht am ertsen und schon allein im Wald stehen.
Kartenstudium. Wurzelstock in Karte gefunden, Hoffnung, das es auch wirklich dieser ist und Kompasslauf. Ziemlich genau auf dann blitzenden richtigen Posten gekommen. Das war ja nochmal gutgegangen. Dann erstmal langsam quer auf Auffanglinien und dann Wege. Kurz nach dem dritten Posten überholten mich zwei andere Läufer/Läuferinnen(?). Meine Richtung, das heißt dranbleiben. Zuerst war es meine Strecke, aber nach dem Tal sind sie mit ihren Strahlern den Hang in die richtige Richtung hoch. Mir waren sie etwas zu schnell, und wenn sie weg sind, stehe ich im Wald und weiß nicht wo.
Da ich nicht wusste, ob ich den Schneisenanfang im Wald treffe, außen rum. Bei den kleinen Abzweigungen immer Richtung kontrollieren und korrigieren, da dort der Forst erst aufgeräumt hatte und Berge von Ästen rumlagen.
Und dann immer schön Wege laufen.
Beim Orientieren zum 7. kam pure Freude auf. Lichtung im Dickicht im Wald! Beim Abbiegen in den Wald hatte ich das Gefühl schon etwas zu lange auf dem Weg geblieben zu sein. Aber meine Lampen gaben mir auch nicht so den Durchblick. Da stand ich dann zwischen links, wie es aussah ein paar engerstehenden Bäumen und rechts Dickicht. Erstmal nach rechts und da kam der Weg; also zurück. Und dann gab es zwischen den engerstehenden Bäumen auch viele kleine, die sehr dicht standen. Umrunden und Lücke finden und dann rein. Mit Lücke war nicht viel. Aber da wo ich dann raus bin, gab's Lücken.
Wegelauf und eine Schneise zu Posten 8 ausgesucht. Und dann immer schön Leuchtturm gespielt und den Posten dann auch in der Nachbarschneise entdeckt.
Schneise weiter, dann habe ich wohl die breite Querschneise nicht erkannt. Nach rechts, dann viele querliegende Bäume ohne Durchkommen. Zurück! Dann etwas hin und her und dann mit Kompass wieder Richtung aufgenommen. Und plötzlich, für mich viel zu früh, war ich auf dem Weg. Und dann lief's zu bekannten Posten problemlos.
Zwischen Endposten und Ziel holte ich dann noch Kathi vom VW-Bus zum Wechsel ab. Dann sollten nur noch die leichten kurzen Bahnen gelaufen werden, aber Jirka nahm sich eine lange einfache und kam sehr schnell aus dem Wald zurück. Wenn er noch einige Bahnen gelaufen wäre, hätte er sich bestimmt noch weiter vorne platziert. Gratulation!!!
Mittlerweile hatte ich auch schon knapp 3 Stunden gelegen aber nur anderthalb davon geschlafen bzw. gedöst.
Und dann kam auch schon Anne wieder rein.
Ich machte mich startklar und besprach mit Anne unsere weitere Vorgehensweise.
Die Strecken waren recht schnell und so weit hatten wir nicht geplant.
Meine Strecke sollte eine kurze schwierige werden, es war ja schon wieder hell,
und die Zeit sollte dann noch reichen, daß Kathi ihre Strecke erwandert.
Anne wollte ihr das schonungslos sagen, denn wir rechneten nicht mehr mit einem weiteren Einsatz Kathis.
Zum ersten Posten bin ich etwas zu spät abgebogen und stand wieder auf dem Weg mit den vielen umgestürzten Bäumen von meiner zweiten Strecke. Ansonsten noch 3 Posten von den Vorbahnen, den einen davon zum dritten mal. Es ging viel quer durch und man kam oft von der falschen Seite, der Posten war hinter dem Objekt.
Ich hätte die Strecke nicht unbedingt in der Nacht absolvieren wollen. Ich konnte Kathi ein ausreichendes Zeitpolster auf ihre und und unsere letzte Strecke mitgeben.
Unser Plan der Streckenverteilung ging optimal auf; auch durch Jirkas unbewusste Anpassung. Wir sind alle unverletzt (kleine Blessuren ausgenommen) aus dem Wald gekommen, haben alle Posten gefunden, wurden gut verpflegt und haben bei dem schönen Wetter Spaß gehabt.
Nach der Siegerehrung wurden die Laufkarten verteilt. Und da auch die ungenutzten Karten ausgegeben wurden, bekam ich dann wenigstens das zu sehen, von dem sonst immer mal erzählt wurde: Asphaltstrassen u.ä.
Beim Vergleich der Angaben zu den Bahnkatogorien durfte ich auch noch feststellen, daß ich immer die Bahn mit der höchsten Steigung bekommen habe.
Statistik "Himmelfahrtskommando"
| Startzeit | Laufzeit | Bahn | Länge | Höhen | Siegerzeit | Platz | % auf Sieger | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | A | Anne | 9:00:00 | 0:55:44 | SF2 | |||||
| 2 | B | Thomas | 9:55:44 | 1:14:18 | LE3 | |||||
| 3 | C | Uwe | 11:10:02 | 1:01:14 | LE1 | 7,2 | 165 | 0:37:56 | 68/127 | 61% |
| 4 | D | Kathi | 12:11:16 | 1:40:34 | SD1 | |||||
| 5 | E | Ulli | 13:51:50 | 1:05:11 | SE4 | |||||
| 6 | F | Jirka | 14:57:01 | 1:00:51 | SE1 | |||||
| 7 | A | Anne | 15:57:52 | 1:14:43 | SD2 | |||||
| 8 | B | Thomas | 17:12:35 | 1:03:10 | LE2 | |||||
| 9 | C | Uwe | 18:15:45 | 0:51:52 | SD3 | 5,1 | 135 | 0:33:14 | 53/124 | 56% |
| 10 | D | Kathi | 19:07:37 | 1:09:02 | SE2 | |||||
| 11 | E | Ulli | 20:16:39 | 1:23:00 | SE3 | |||||
| 12 | F | Jirka | 21:39:39 | 1:11:32 | LT | 4,9 | 95 | |||
| 13 | A | Anne | 22:51:11 | 0:52:55 | ST | 3,2 | 50 | |||
| 14 | B | Thomas | 23:44:06 | 1:44:35 | LEN2 | |||||
| 15 | C | Uwe | 1:28:41 | 1:18:05 | LEN1 | 6,0 | 185 | 0:40:52 | 70/83 | 91% |
| 16 | D | Kathi | 2:46:46 | 1:01:42 | SEN1 | |||||
| 17 | E | Ulli | 3:48:28 | 1:15:00 | SEN4 | |||||
| 18 | F | Jirka | 5:03:28 | 0:53:41 | LEN3 | 0:39:05 | 43/84 | 37% | ||
| 19 | A | Anne | 5:57:09 | 0:38:27 | SEN2 | |||||
| 20 | B | Thomas | 6:35:36 | 0:31:40 | SEN3 | |||||
| 21 | C | Uwe | 7:07:16 | 0:41:47 | SDN1 | 4,5 | 115 | 0:32:31 | 12/84 | 28% |
| 22 | D | Kathi | 7:49:03 | 0:50:42 | SEN5 | |||||
| Gesamt: | 8:39:45 | 105,9 | (745) | |||||||
| Anne | 3:41:49 | (3,2) | (50) | |||||||
| Thomas | 4:33:43 | |||||||||
| Uwe | 3:52:58 | 22,8 | 600 | |||||||
| Kathi | 4:42:00 | |||||||||
| Ulli | 3:43:11 | |||||||||
| Jirka | 3:06:04 | (4,9) | (115) |
letzte Änderung am: 26.05.2007





